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NABU Wunstorf
 
Jahresbericht 2016
Jahresbericht 2015
Jahresbericht 2014


Bericht über die Aktivitäten im Jahre 2016

Veranstaltungen

Wie in den vergangenen Jahren werden die Exkursionen des NABU Wunstorf in einem Gemeinschaftsprogramm mit der ÖSSM, dem Naturpark, der Steinhuder Meer Touristik und den benachbarten NABU und BUND-Gruppen angeboten. Die Teilnehmerzahl ist sehr unterschiedlich. Höhere Teilnehmerzahlen gibt es, wenn die Wunstorfer Veranstaltungen zusätzlich noch in das Programm des NABU Neustadt übernommen werden. Insgesamt kann man jedoch zufrieden sein, denn eine Teilnehmerzahl von mehr als 10 Personen ist auch häufig schwierig während der Führung zu betreuen.

Der vom örtlichen Wolfsberater Helge Stummeyer gehaltene Wolfsvortrag war gut besucht, sehr informativ und ohne Polemik bei der anschließenden Diskussion.

2016 wurde auf einen Vortrag zum Vogel des Jahres ("Stieglitz") verzichtet, da nicht mit einem großen Interesse seitens der Bevölkerung gerechnet wurde. Dieses war bei dem jüngst gehaltenen Vortrag zum Vogel des Jahres 2017 ("Waldkauz") erfreulicherweise anders. Es kommt offensichtlich auf die Vogelart an.

Teilnahme an Terminen

Der NABU Wunstorf nahm unter anderem an folgenden Terminen teil:

  • Steinhuder Meer Forum des Landes Niedersachsen (Thema Entschlammung)
  • Region Hannover wegen Naturparkplan
  • NABU Regionalverband Hannover (Gruppentreffen)
  • NABU Landesverband Niedersachsen (Regionaltreffen, Auswilderungsaktion der Moorente am Steinhuder Meer mit Landwirtschaftsminister Meyer)

Verbandsbeteiligung nach § 63 BNatSchG

Der NABU Wunstorf wurde 2016 an verschiedenen Verfahren und Planungen beteiligt. Neben einigen Bebauungs- und Flächennutzungsplänen der Stadt Wunstorf waren dieses vor allem:

  • Bundesverkehrswegeplan - Hier muss sich der NABU Wunstorf frühzeitig einen Überblick über das Inventar an gefährdeten Arten beschaffen, um bei den künftigen Detailplanungen besser argumentieren zu können.
  • Planfeststellungsverfahren Nordumgehung Wunstorf B441 - Hier ging es um einen Nachtrag zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU, welche in das Verfahren integriert werden musste.
  • Änderungsverordnung zum NSG "Meerbruchswiesen - Das Verfahren läuft aktuell noch. Hier soll nur die Verordnung an die EU-Richtlinien angepasst werden.
  • Naturparkplan des Naturparkes Steinhuder Meer - Das Verfahren läuft aktuell noch.

(Wieder-)Ansiedlung Laubfrosch SW-Rand Totes Moor

Das im Herbst 2014 begonnene Projekt für die Wiederansiedlung des Laubfrosches am Südwestrand des Toten Moores wurde im Herbst 2016 abgeschlossen. Erste Erfolge haben sich abgezeichnet. 2016 konnten im Mittel 65 rufende Männchen erfasst werden. Das Projekt wurde finanziell von der Region Hannover bezuschusst und wurde in Zusammenarbeit mit der ÖSSM realisiert.

Nisthilfen für den Fischadler

Das zweite und noch laufende Projekt betrifft die Aufstellung von Nisthilfen für den Fischadler. Zwei Horste stehen schon. Für die letzten beiden muss der Standort noch ausgesucht werden. Es sollen mindestens 4 Nisthilfen werden. Auch dieses Projekt wird finanziell von der Region Hannover bezu-schusst und wird in Zusammenarbeit mit der ÖSSM realisiert.

Krötenschutz

Seit Jahren gibt es Probleme mit überfahrenen Kröten auf der Straße zur Gaststätte Altensruh am Hohen Holz in Höhe des Wunstorfer Baggersees. Bisher konnte keine zufriedenstellende dauerhafte Lösung gefunden werden. Die weitere Vorgehensweise wurde mit der Stadt Wunstorf besprochen. Eine Umsetzung von Schutzmaßnahmen konnte aus zeitlichen Gründen 2015 nicht mehr erfolgen.

Eine 2016 zusammen mit Mitgliedern der GRÜNEN und weiteren Bürgern durchgeführte Aktion (Auf- und Abbau des Krötenfangzaunes sowie die tägliche Leerung der Fangeimer) ist recht positiv verlaufen.

AG Eulenschutz

Bei verschiedenen Arten konnte bundesweit 2016 Rückgänge gegenüber 2006 festgestellt werden. Die Bestände und Entwicklung der einzelnen Arten bei uns sehen im Bereich der Städte Wunstorf, Neustadt und Garbsen wie folgt aus:

  • Waldohreule - Rückgang um ca. 20%, ca. 100 Paare
  • Schleiereule - Rückgang um ca. 65%, ca. 50-60 Paare
  • Waldkauz - Rückgang um ca. 25%, 35-45 Paare. ine der Ursachen liegt in zwei aufeinanderfolgenden härteren Wintern
  • Raufußkauz - Eine eindeutige Trendaussage ist nicht erkennbar, da die Art nahrungsbedingt sehr stark im Bestand schwankt. Derzeit wird der Bestand auf 2-3 Reviere geschätzt
  • Uhu - Die Art verzeichnet eine Zunahme. 2016 gab es mit 5-8 Paaren ca. 4x so viele besetzt Reviere
  • Sperlingskauz - Im letzten Jahr wurde nicht nach der Art gesucht. Der Bestand wird auf 0-2 Paare in den nördlichen Bereichen geschätzt
  • Steinkauz - Das größte "Sorgenkind" ist der Steinkauz. 2006 gab es noch 5 Reviere. 2016 sind von der Art im Gebiet keine Vorkommen mehr festgestellt. In Wunstorf ist er als Brutvogel schon lange ausgestorben.

Weißstorchschutz

Der Weißstorch hatte bundesweit 1934 noch 9000 besetzte Horste. Vor allem in den Jahren der 1960er bis in die 1980er Jahre fand deutschlandweit ein Bestandseinbruch statt. 1988 gab es nur noch 2950 Paare. Der Rückgang konnte erfreulicherweise gestoppt werden. 2016 wurden erfreulicherweise wieder 6000 Paare gezählt.

Rückgänge gibt es aktuell noch unter anderem in Ostdeutschland und in Polen, da es sich um die ostziehende Population handelt, während die Störche aus Westdeutschland überwiegend nach Südwesten ziehen. So konnte sich aufgrund der überwiegend nach Südwesten ziehenden Vögel in der Region Hannover der Bestand wieder erfreulich entwickeln. Nach 55 Paaren in 1934 und nur noch 8 Paaren in 1987 waren es 2016 wieder 51 Paare. Allein Wunstorf hatte 8 besetzte Horste.

Die beiden in den letzten Jahren vom NABU Wunstorf aufgestellten Nisthilfen waren wieder besetzt. Erfreulicherweise scheint das Nahrungsangebot zufriedenstellend zu sein, denn in der Steinhuder Ortsmitte hatte sich 2016 ein neues Storchenpaar auf einem Schornstein einer alten Bäckerei angesiedelt.

Streuobstwiese in Mesmerode

Ursprünglich wurde das Grundstück aufgrund des alten Obstbaumbestandes angepachtet. Das Grundstück wird regelmäßig von Skudden beweidet. Es wurden von Seiten des NABU noch 10 Silberweiden gepflanzt. In Winter 2016/17 wurden fünf Silberweiden zu Kopfweiden beschnitten. Es konnten mittlerweile eine Vielzahl von Insekten und Amphibien auf dem Grundstück festgestellt werden. Hierzu hat vermutlich auch die Beweidung beigetragen. Jagende Fledermäuse wurden gesichtet und in Herbst 2016 wurde bei der Wiesenpflege sogar ein Feldhamster gesichtet. Für die künftigen Arbeiten wäre es wünschenswert, wenn Aufrufe zur Mithilfe zu weiteren Helfern bei der Pflege und beim Aufräumen führen würden. In absehbarer Zeit ist geplant, eine kleinere Blänke anzulegen.

Idensen Sigwardskirche

Im Jahr 2016 auf dem Grundstück der Sigwardskirche ein Insektenhotel aufgestellt. Geplant ist die Aufhängung einer Nisthilfe für den Turmfalken aufgehängt werden, in der Hoffnung, die jetzt starke Verkotung der Kirche vermindern zu können.

Ornithologische Arbeitsgemeinschaft

2016 wurde wieder die ÖSSM beim Brutvogel-Monitoring im Feuchtgebiet internationaler Bedeutung Steinhuder Meer unterstützt. Da das Bearbeitungsgebiet in absehbarer Zeit deutlich vergrößert wird (um die Nordhälfte des Toten Moores), wären weitere ehrenamtliche Unterstützer hilfreich.

Im Winterhalbjahr 2016/2017 übernahm der NABU Wunstorf wieder die sogenannten Mittmonatstermine bei der Wasservogelzählung. Auch hier wären neue bzw. weitere Mitarbeiter wünschenswert.

2016 wurde von der Staatlichen Vogelschutzwarte des NLWKN und der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) zur Brutbestandserfassung der Graugans aufgerufen. Dieses wurde von Herrn Nagel in Teilbereichen der Meerbruchswiesen durchgeführt. Da die Graugans mittlerweile während der Brutzeit fast überall vorkommt, konnten andere Gebiete personell nicht abgedeckt werden.

(C) NABU-Gruppe Wunstorf 2017