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Gartenteiche - 10 Grundregeln für die Anlage

Wenn Sie sich zur Anlage eines Zierteiches in Ihrem Garten entschlossen haben, sollten Sie folgende Grundregeln beachten:

  1. Zäunen Sie Ihren Garten bzw. Ihren Gartenteich so ein, dass er für Kinder ohne Begleitung von Erwachsenen unerreichbar ist. Ist dies nicht möglich, hilft ersatzweise auch eine Baustahlmatte, die direkt auf Höhe der Wasseroberfläche auf gesamter Fläche des Teiches im Ufer befestigt wird. Aber Vorsicht: Kleinkinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken!
  2. Sorgen Sie bei der Anlage des Gartenteiches für eine ausreichende Tiefe (mind. 1,5 m), damit am Grund des Teiches überwinternde Amphibien in harten Wintern, in denen das Eis auch die tieferen Stellen des Teiches erreicht, nicht getötet werden.
  3. Bei der Ufergestaltung sollten Sie eine terrassenförmige Stufung vorsehen, mit der Sie naturnah Flachwasserzone, mittlere Tiefenzone und Tiefenzone gestalten und mit den entsprechenden Pflanzen besetzen können.
  4. Achten Sie bei der Ufergestaltung Ihres Gartenteiches darauf, dass er nicht zur Falle für durstige Kleinsäuger, insbesondere Mäuse, wird. Wenn rundherum nur die Teichfolie das Ufer bildet, haben diese keine Chance wieder aus dem Teich herauszukommen. Wenn Sie nicht das gesamte Ufer z.B. mit Grassoden belegen wollen, sollten Sie zumindest an einzelnen Stellen Ausstiegsmöglichkeiten schaffen.
  5. Verzicht auf Fische - den Amphibien zuliebe: Gartenteiche können einen interessanten Ersatzlebensraum für unsere heimischen Frösche, Kröten und Molche werden. Für die heimischen Grünfrösche und Molche können Sie sogar Dauerlebensraum sein, und nicht nur als Laichgewässer dienen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Besatz mit Fischen unterbleibt. Insbesondere Goldfische sind als Laichräuber bekannt und vertilgen mit Ausnahme des Erdkrötenlaiches alle Eier einheimischer Lurche.
  6. Als Bodengrund in den Teich sollten Sie keinen Mutterboden, sondern nur Kiessand einbringen. Mutterboden trägt wegen seines hohen Nährstoffgehaltes schnell zu einem starken Algenwachstum bei.
  7. Sumpf- und Wasserpflanzen breiten sich unter guten Bedingungen sehr schnell aus. Das gilt z.B. für Sumpfhahnenfuß, Rohrkolben oder Schwertlilie ebenso wie für Unterwasserpflanzen wie Wasserrpest oder Hornblatt. Deshalb gilt bei der Erstbepflanzung: weniger ist mehr.
  8. Ein übermäßiger Laubeintrag im Herbst belastet das Wasser des Teiches, wenn das Laub sich am Grund des Teiches zersetzt. Dies kann sowohl im Sommer als auch im Winter (bei geschlossener Eisdecke) den Sauerstoffgehalt des Teiches beeinträchtigen. Deshalb unser Tipp: Rechtzeitig vor dem Herbst ein Netz über den Teich spannen oder vor dem Winter das in den Teich gefallene Laub mit einem Kescher entfernen.
  9. Folienteiche: Verwenden Sie für einen Folienteich nur UV-beständige Folie, andere Folien lösen sich durch die Sonneneinstrahlung nach relativ kurzer Zeit in Bruchstücke auf. Die Folie können Sie im Uferbereich übrigens durch überhängende Grassoden optisch gut kaschieren. Vor Einbringung der Folie ist der Boden darunter von Steinchen zu säubern. Auf Nummer sicher geht, wer unter der Folie zusätzlich noch ein Schutzvlies einbringt.
  10. Entnehmen Sie keine Wasserpflanzen oder Frösche für Ihren Gartenteich aus der freien Natur: Neben dem Umstand, dass Sie sich dabei strafbar machen, ist zu berücksichtigen, dass sowohl Wasserpflanzen als auch Frösche spezifische Standort- und Lebensraumbedingungen benötigen, die in Ihrem Gartenteich bzw. Ihrem Garten möglicher Weise nicht vorhanden sind. Auch greifen Sie dort, wo Sie Tiere und Pflanzen entnehmen, in möglicher Weise ohnehin schon im Bestand gefährdete Vorkommen ein. Für die Ansiedlung von Amphibien braucht es nur etwas Geduld, heimische Wasser- und Sumpfpflanzen können Sie auch in Gartenmärkten und Baumschulen erwerben.

Autor: Ralf Hoopmann (NABU Wunstorf)

(C) NABU-Gruppe Wunstorf 2010